Veröffentlichung zur Transformationskompetenz

Am Ende des Jahres 2020 ist der Band „Unsere Mütter, unsere Väter. Deutsche Generationen seit 1945“ erschienen. Dieser geht auf eine interdisziplinäre Konferenz am beschaulichen Starnberger See in der Akademie für politische Bildung in Tutzing zurück. Aus der fruchtbaren Diskussionsatmosphäre ist unser Beitrag „Wendekinder in der Berliner Republik und Europa. Transformationskompetzen – eine etymologische, transdisziplinäre Exploration“ entstanden. Kern der Betrachtung ist die erste empirisch angereicherte Erkundung des Neologismus „Transformationskompetenz“. Eine Definition des Begriffs befindet sich HIER.

Diese Begrifflichkeit, die der Generation der Wendekinder zugeschrieben wird, findet ihren Niederschlag gerade in der Selbstbefassungsliteratur der Wendekinder aus den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass diese Zuschreibung inzwischen einen Widerhall bei Akteuren aus dem Kreis der Wendekinder gefunden hat. Die Selbstermächtigung dieser Generation, etwa durch ihr Drängen in und das Einfordern von Führungspositionen in der Bundesrepublik ist inzwischen allseits bekannt.


Das Netzwerk im Diskurs

 

Die Wochen rund um die Einheitsfeiern am 3.10 waren für das Netzwerk sehr ereignisreich. Wir bedanken uns herzlich bei den Engagierten, die die hier gelisteten Fernsehauftritte, Interviews, Reportagen, Debattenbeiträge, Podiumsdiskussionen usw. ermöglichten:

2020_08_31 Adriana Lettrari diskutiert mit Kevin Kühnert in der RBB Abendschau über 30 Jahre Deutsche Einheit

2020_09_02 Zusammen mit Das Nettz organisierte Jeannette Gusko einen digitalen Stammtisch mit über 50 Teilnehmenden zum Thema Hass im ländlichen Raum

2020_09_16 Das Portrait über Kerstin Kinszorra zum MDR-Projekt "Generation Umbruch" wird veröffentlicht.

2020_09_19 Unser 5. Generationsgipfel findet in der HHL in Leipzig statt.

2020_09_21 Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum diskutieren bei der Eröffnung Adriana Lettrari mit Franziska Giffey, Steffen Mau, Thomas Brockmeier und Gastgeber Frank Nehring zum Thema: "Wie wir die Krise gemeinsam meistern".

2020_09_24 Bei der Tagung "Umbruch oder Abbruch - Was hat uns die friedliche Revolution gebracht?" der Landeszentrale für politische Bildung organisieren und moderieren Kerstin Kinszorra und Adriana Lettrari ein Panel zu Transformationskompetenz

2020_09_28 Insgesamt 111 Personen zeichnen unseren Aufruf "Von der Stimme zum Einfluss"

2020_09_29 Jeannette Gusko spricht mit RadioEins über die Eliten in Ostdeutschland

2020_09_29 Jeannette Gusko als Wendekind im Portrait von Frontal 21

2020_09_29 Im Inforadio spricht Adriana Lettrari über die Transformationskompetenz der Ostdeutschen

2020_10_02 Mit der Tagesschau sprach Jeannette Gusko darüber, wie wir ganz konkret den Anteil ostdeutscher Eliten erhöhen, zu ostdeutschen Zukunftskompetenzen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Strategien für den Kampf gegen Rassismus & Klimawandel.

2020_10_02 Auf dem #CE20 moderiert Jeannette Gusko die Session zum Thema Hass im ländlichen Raum

2020_10_03 Auf der Konferenz "30 Jahre Deutsche Einheit" diskutiert René Sternberg das Repräsentationsdefizit Ostdeutscher.

2020_10_03 Kerstin Kinszorra in einem langen Portrait des MDR-Reihe Generation Umbruch

2020_10_03 Nadine Bruder und Torsten Menzel diskutieren im DLF zu "Einkommen, Karriere-Chancen, Gender-Gap | Wie groß sind die Ost-West-Unterschiede tatsächlich noch?"

2020_10_03 Adriana Lettrari hält die Festrede im Dom zu Brandenburg. Darin rückte sie die Dritte Generation Ost in den Fokus. Die @maz_online schreibt im Anschluss, dass sie Akzente gesetzt hat.

2020_10_05 Jeannette Gusko im Tagesspiegel

2020_10_06 Auf der Veranstaltung DeZIM meets taz diskutiert Jeannette Gusko auf einem digitalen Panel zum Thema "Ostdeutsche und die deutsche Einheit"

2020_10_07 Katrin Cholotta wird vom WDR über die Potenziale der Wendekinder befragt.

2020_10_14 Jeannette Gusko kommentiert im @DLF aus ostdeutscher Perspektive den solidarischen Vorstoß #ichwill.

2020_10_15 Claudia Geist und Jeannette Gusko beteiligen sich mit einem Debattenbeitrag bei der Kampagne #ichwill und fordern eine Mindestbeteiligung von Frauen in Vorständen.

2020_11_18 Im Rahmen des Generationsgipfels am 19.09.2021 wurden ein paar von uns vom MDR interviewt. Ein paar Aussagen finden sich in der MDR-Doku „Was will der Osten“ wieder.

2020_11_25 Online diskutierte René Sternberg mit Teilnehmer*innen der Volkshochschule Bad Dürkheim über die Frage "Wie tickt der Osten 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? - Gibt es "den Osten" überhaupt?


Das Netzwerk 3te Generation Ost unterstützt die Kampagne #ichwill. Warum das FüPoG II auch aus ostdeutscher Sicht jetzt kommen muss

Debattenbeitrag Wirtschaft

von Jeannette Gusko und Claudia Geist

Unter dem Hashtag #ichwill fordern Frauen aktuell im Netz die Ausweitung der gesetzlichen Frauenquote auf Vorstände und berichten von eigenen Diskriminierungserfahrungen im Berufsleben. Hintergrund ist der gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegte Gesetzentwurf für mehr Frauen in Führungspositionen - Zweites Führungspositionengesetz (kurz: FüPoG II). 

Da die freiwilligen Selbstverpflichtungen von Unternehmen, sich Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen zu geben, nicht funktionieren (70% aller FüPoG-Unternehmen geben sich die Zielgröße Null für den Vorstand!) und der Frauenanteil in den betroffenen Vorständen bei gerade einmal 8 Prozent liegt, schlagen die beiden zuständigen Ministerinnen eine Mindestbeteiligung von einer Frau in Vorständen vor, die aus vier oder mehr Mitgliedern bestehen. 

Eine Frau! Das ist keine Zumutung, sondern das ist doch das Mindeste. Und dennoch erfährt der Gesetzentwurf, der bereits im Frühjahr vorgelegt wurde, beharrlichen Widerstand - sowohl vom Koalitionspartner als auch aus der Wirtschaft. 

Das Netzwerk 3te Generation Ost unterstützt die Kampagne #ichwill, weil Diversität in Führungsgremien für uns eine Frage von Gerechtigkeit und Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ist. Deswegen muss das FüPoG II kommen. Hierzu sprach Jeannette Gusko, Sprecherin des Netzwerks 3te Generation Ost, am 14.10. mit Deutschlandfunk Nova.

Das häufig vorgeschobene Argument, es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen und die Wenigen, die es wären, wollten ja nicht, ist schlicht unwahr. Frauen erzielen heute bessere Studienabschlüsse als Männer, sind Teil von Mentoringprogrammen, bilden sich weiter und vernetzen sich. Sie haben sich in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft längst bewiesen und sind hervorragend qualifiziert für verantwortungsvolle Aufgaben. 

Was hat das mit dem Osten zu tun? Eine ganze Menge. 

Ostdeutsche und Frauen machen leider sehr ähnliche Diskriminierungserfahrungen, wenn es um die Besetzung von Spitzenpositionen geht. Beide Bevölkerungsgruppen stoßen noch an gläserne Decken von homogenen Führungsgremien, die überwiegend männlich, westdeutsch und weiß geprägt sind und sich gerne selbst rekrutieren. Für Frauen und Ostdeutsche, genau wie für migrantisierte Frauen, Women of Color oder Frauen mit Behinderungen, ist da kein Platz. Unter den deutschen DAX-Vorständen finden sich gerade einmal drei ostdeutsche Frauen. Das muss sich ändern! Erst wenn Führungsteams diverser aufgestellt sind, erreichen wir eine gleichberechtigte Teilhabe in der Arbeitswelt.

Ostdeutsche Frauen sind im Übrigen geradezu prädestiniert für Führungspositionen. Aufgrund ihrer doppelten Sozialisation in zwei Systemen und den dadurch erworbenen Transformationskompetenzen verfügen sie über eine der wichtigsten Managementfähigkeiten. Sie sind geborene Changemanagerinnen und können Wandel - ihr Denken und Handeln zeichnet sich wissenschaftlich belegt durch Mut, Teamwork, Pragmatismus und Veränderungsbereitschaft aus. Diese Zukunftskompetenz ist in Zeiten der Corona-Krise gefragter denn je.

Auch besitzen sie aufgrund der selbstverständlichen generationalen Weitergabe eines gleichberechtigten Verständnisses zwischen Mann und Frau den Gleichstellungsvorsprung Ost. Deshalb verzeichnen Unternehmen mit Sitz in Ostdeutschland auch mehr Frauen in Führungspositionen als Unternehmen im Westen des Landes. Aber auch dort müssen Ostdeutsche und Frauen endlich in den Spitzenpositionen ankommen. Von den ostdeutschen Regionen und der Transformationskompetenz ihrer Menschen kann der Rest des Landes und seine Wirtschaft viel lernen.  

Wir haben gerade erst den 30. Tag des Deutschen Einheit gefeiert. Echte Einigkeit werden wir jedoch nur durch Vielfalt erreichen. #EinigkeitinVielfalt #3GoFührung #ichwill


Von der Stimme zum Einfluss: Mit den Kompetenzen der Dritten Generation Ost in die Zukunft

Die 30. Jährung der Deutschen Wiedervereinigung ist die Zeit der massiven temporären Sichtbarkeit Ostdeutschlands. Was wurde erreicht? Was ist gelungen, was nicht? Gibt es eine Spaltung? Was fehlt dem Osten noch? Und warum wächst nicht schneller zusammen, was doch zusammen gehört?

Wir, die Netzwerkcommunity 3te Generation Ostdeutschland, stehen 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in der Mitte unseres Lebens. Wir wollen deshalb nicht mehr allein die Fragen aus der Vergangenheit diskutieren, sondern Antworten für die Zukunft geben. Wir haben in den letzten zehn Jahren unsere Herkunft erst biografisch erörtert, dann reflektiert und sie uns letztlich erobert. Mit dieser Erfahrung der Bewältigung eines epochalen Umbruchs - unserer Transformationskompetenz - gestalten wir nun die Zukunft. Wir treten selbstbewusst das Erbe an, denn der Generationswechsel steht sichtbar bevor. Wir übernehmen Verantwortung für die Gestaltung der Transformationen des 21. Jahrhunderts.

Wir rücken die Potenziale der ostdeutschen Region und ihrer Menschen in den Fokus. Denn aus den ostdeutschen Regionen kann der Rest des Landes viel lernen. Die hier gemachten Erfahrungen und dadurch erworbenen Fähigkeiten sind eine der größten ungehobenen Ressourcen Deutschlands und Europas. 

Wir Wendekinder repräsentieren dabei die Perspektive derjenigen, die in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR geboren und im Transformationsraum Ostdeutschland aufgewachsen sind. In den Jahren nach der Wende wuchsen wir am Scharnier zwischen und in zwei Systemen auf. Dabei haben wir spezifische Erfahrungen gesammelt, die wertvoll sind für unsere heutige Gesellschaft, die stets im Wandel ist. 

Der epochale Umbruch - wer wacht schon mit einem neuen Pass in einem neuen Land auf, ohne sich vom Fleck zu bewegen - ließ uns ins Offene gehen, nach vorn, wir waren zuversichtlich und sind es noch. Wir hinterfragen kritisch den Status Quo. Wir fragen nach Sinnhaftigkeit und warten nicht, dass es jemand anderes tut, sondern wir packen an. Unser Denken und Handeln zeichnet sich wissenschaftlich belegt durch Mut, Veränderungsbereitschaft, Pragmatismus und Teamwork aus. Wir streben Führung bewusst an, um gestalten zu können. Dabei zählt für uns die Sachorientierung. Status ist für uns seit jeher zweitrangig. 

Wir können und wollen mit den Lösungen und immer gleichen Perspektiven der Vergangenheit nicht die Fragen der Zukunft beantworten. Generationsübergreifende Herausforderungen wie der Klimawandel, die digitale Transformation aller Lebens- und Arbeitsbereiche, die Care Work Revolution oder der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, diese Herausforderungen können wir nicht mit group think undurchlässiger Eliten bewältigen. Die Corona-Pandemie führt uns eindrücklich vor Augen, dass Altbewährtes vielleicht kurzfristig Symptome lindert, wir jedoch gegen strukturelle soziale Ungleichheit und für die Bewältigung der kommenden Aufgaben mehr Offenheit, Perspektivenvielfalt und systemisches Denken brauchen. Diejenigen, die als Kinder und Jugendliche in zwei Systemen navigierten, bringen die hierfür entscheidende Transformationskompetenz mit.

Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land stärken möchte, für die oder den ist faire Repräsentation und Gestaltungsmacht sowie eine Angleichung der ökonomischen Lebensverhältnisse nicht nur eine strukturelle Frage, sondern auch normativer Ansporn. Wir stellen uns dieser Herausforderung und bieten dafür einen präzisen Blick „aus dem Osten“. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist für uns der stete Vergleich mit der westdeutschen Norm überholt. Wir erkennen selbstbewusst an, worin unsere Einigkeit liegt: in der Vielfalt, in unserer unterschiedlichen Herkunft und Geschichte. Dies ist eine Chance, eine große Ressource und für uns eine Verantwortung, der wir uns tagtäglich in unserem Berufs- und Privatleben stellen. Als Wendekinder sind wir geborene Changemaker. Wir sind die neue Gestalter-Generation aus dem Osten - für eine gemeinsame Zukunft Deutschlands und Europas.

Über N3GO  

Seit 10 Jahren prägt das Netzwerk 3te Generation Ost die Debatte um Ostdeutschland mit und hat sie positiver, diverser und zukunftsgewandter gemacht. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Herkunft. Dazu vernetzen wir Wendekinder, die ca. in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR geboren sind und machen sie sichtbar. Die Dritte Generation Ostdeutscher ist zur Wendezeit aufgewachsen und hat dadurch einzigartige Erfahrungen gesammelt. Die damit verbundenen Kompetenzen versucht das Netzwerk zu entdecken, zu beschreiben und aktiv zu fördern. Mit unseren digitalen und analogen Eventformaten bieten wir Räume für Vernetzung, Inspiration, zum Erfahren, Denken und Handeln. Mit interdisziplinärer Forschung leisten wir zudem einen Beitrag für den wissenschaftlichen Diskurs. Wir stärken Wendekinder für ihren persönlichen und beruflichen Erfolg und gestalten so den Wandel hin zu einer gerechten und lebenswerten Zukunft.

Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner
Zeichne jetzt mit!

  • Dr. Antje Draheim, Staatssekretärin, Bevollmächtigte des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund
  • Michael Geffken, Geschäftsführer & Direktor, Leipzig School of Media
  • Nancy Böhning, Politische Referentin IG Metall Vorstand
  • Kerstin Kinszorra, Pressesprecherin der Landeshauptstadt Magdeburg
  • Jeannine Koch, Direktorin republica GmbH
  • Constanze Buchheim, Gründerin und Managing Partner i-potentials GmbH
  • Anne-Marie Kortas, Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
  • Michael Anders, Referent im Büro der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Isabelle Hoyer, CEO & Founder PANDA - The Women Leadership Network
  • Dr. Ute Bergner, Physikerin, Unternehmerin, Mitglied des Thüringer Landtags
  • Claudia Muntschick, Vernetzung und Beratung Ostsachsen für KREATIVES SACHSEN
  • Dr. Kristin Wesemann, Leiterin Strategie und Planung, Marketing und Kampagnen, Publikationen, Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
  • Dr. Josefine Raasch, Learning Designer
  • Matthias Gabriel, Pressesprecher AOK Nordost
  • Dr. Sebastian Händschke, Leiter des Digital Innovation Hub Photonics (DIHP) am Leistungszentrum Photonik, Jena
  • Nadine Bruder, Strategin, Nachhaltigkeit & Investments, Gründerin JUST DAMN RIGHT
  • Dr. Adriana Lettrari, Geschäftsführerin Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern
  • Dr. René Sternberg, Organisationssoziologe & Head of Professional Services HIRSCHTEC
  • Jeannette Gusko, Kampagnen- und Public Policy-Managerin, Leitung DACH GoFundMe
  • Claudia Geist, Stellv. Leiterin im Referat Frauen in Führungspositionen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Tilmann Löser, interkultureller Musiker und Kulturmanager
  • Michael Stavenhagen, Marketing Technical Education and Digital Training Solutions bei Siemens Energy
  • Torsten Menzel, ver.di
  • Katharina Göring, Beraterin für digitale Transformation und Organisationsentwicklung
  • Dr. Katrin Cholotta, Stellvertretende Referatsleiterin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Nico Roicke, Creative Director
  • Johannes Gärtner, Schauspieler, Autor, Regisseur
  • Kristin Hesche, Kombinatsleiterin, Kombinat 01 - Coworking Space Jena
  • Carsten Thiemann, Architekt & Eisenbahner, DB Station&Service AG, Geschäftsentwicklung
  • Anne-Luise Kitzerow, Zukunftsforscherin, Gründerin von Blogfamilia e.V.
  • Prof. Jane Porath, Professorin für Pädagogik, insbesondere Berufs- und Wirtschaftspädagogik
  • Thoralf Krause, Drees & Sommer, Senior Business Development Manager
  • Mario Reincke, Hoteldirektor Schlosshotel Klink
  • Dr.-Ing. Thomas Fischer, Stadtplaner
  • Dr. Tilo Schöfbeck, Bauforscher und Archäologe
  • Benny Beyer, Kombinatsleiter, Kombinat 01 - Coworking Space Jena
  • Dr. phil. Andy Räder, Medienwissenschaftler & Filmhistoriker
  • Richard Siebenhaar, Persönlicher Referent eines Mitglieds des Bundestags (MdB)
  • Prof. Jana Gunstheimer, Künstlerin und Professorin für Experimentelle Malerei und Zeichnung an der Bauhaus-Universität Weimar, IRRE@bauhaus
  • Katrin Bahr, German Assistent Professor Centre College, KY
  • Ulrike Grandi-Haferstroh, Kommunikationsstrategin, Vorständin GemeinsamEinzigartig
  • Juliane Metzker, Autorin und Podcasterin, Perspective Daily
  • Karsten Thiel, Einrichtungsleiter im Lebenshilfewerk Hagenow GmbH
  • Dr. Robert Nehring, Geschäftsführer PRIMA VIER Nehring Verlag GmbH
  • Jonas Ludwig Walter, Regisseur & Fotograf (mit Schwerpunkt Ostdeutschland)
  • Katja Rejl, Director Demand Planning and S&OP, Merck KGaA
  • Dr. Alexander Goebel, Leiter des Helmstedter Regionalmanagements
  • Tino Dschietzig, Manager für Recruiting & Kooperationen, Teach First Deutschland, Regionalbüro Dresden
  • Jana Hampel, Diplom-Kauffrau (FH)
  • Anne Pallas, Geschäftsführerin Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
  • Carolina Sachs, Referentin für Internationales, Solidaritätsjugend Deutschlands & Freie Trainerin und Moderatorin
  • Tadeusz Malek, Diplom Wirtschaftsinformatiker (DH)
  • Nadine Brömme, Projektleiterin von Das NETTZ - Vernetzungsstelle gegen Hate Speech / ein Projekt des betterplace lab
  • Katrin Schübel, Expertin Digital Consulting & New Leadership
  • Clarsen Ratz, Unternehmer, CR Immobilien-Event und Politikberatung, FDP Thüringen
  • Franziska Wetterling, Innovationspolitik, Ehrenamt und Engagement, Soziale Herkunft
  • Christiane Kilian, Head of Startup Department, Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen
  • Ingo Buschmann, Head of Siemens Gas Turbine Product Training Europe
  • Jonas Bräuer, Diplom-Ingenieur, Startup-Gründer GRILLAXED
  • Wiebke Neumann, Politikwissenschaftlerin, Koordinatorin für Gleichstellung
  • Isa Grütering, Systemischer Business & Personal Coach
  • Nadja Bauer, Digitalstrategin, Kommunikationsspezialistin und Kulturproduzentin
  • Matthias Petri, Geschäftsführer der 4eck Media GmbH & Co. KG
  • Janine Koska, Agenturleiterin, Public Relations Managerin eingebrand
  • Dr. Philine Erfurt Sandhu, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Antje Hahn, Leitung der Schulverwaltung in einer inklusiven privaten Schule
  • Konrad Röpke, UX und Service Designer
  • Annekatrin Stiels, Leadership Coach & Management Beraterin
  • Matthias Damke, Kulturwissenschaftler, Digitale Transformation
  • Daniela B. Echelmeyer, PreSales Enablement Manager
  • Frank Parentin, Manager System Engineering @ Nutanix
  • Julius Rodriguez, Higher Education Navigator; Equity, Diversity & Inclusion
  • Claudia Kelz, Programm Manager Women in Leadership
  • Dörte Kaschdailism, Selbstständig
  • Charlotte zu Knyphausen, Verhandlungs- und Konfliktcoach
  • Elisabeth Göring, Fagottistin Opernhaus Zürich
  • Sabine Nagel, Rechtsanwältin
  • Tabea Marx, Drees & Sommer
  • Nicole Bastien, Großartige Unternehmen entstehen durch großartige Menschen. Ich arbeite mit Unternehmer*innen daran, sie dorthin zu bringen.
  • Dorli Flämig , Gut Alaune e.V.
  • Dr. Ulrike Henkel, Chemikerin
  • Claudia Pohlink, Head of AI/ML @ Telekom Innovation Laboratories
  • Julia Stumkat, Consultant
  • Carsten Brechlin, Digitalisierer @Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
  • Marco Fischer, Informatiker
  • Dr. Stephan Ehrig, Germanist
  • Doreen Liebe, Projektleitung New Intranet/Interne Kommunikation
  • Patrizia Nobbe, PhD, Executive Director, UAS7 New York Office
  • Diana Krämer, Therapeutin
  • Pia Brecht, Ärztin (Sportmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Kinderorthopädie in Weiterbildung)
  • Dr. Anja Beyer, Gerontologin
  • Michael Biel, Leiter eines Bundestagsbüros
  • Katharina Krüger, Journalistin
  • Tobias Mory, Geschäftsführer Goldener Westen, Agentur für strategisches Storytelling
  • Michael Ihln, Head of Share Programs / Head of Global Grading
  • Julia Ulbrecht, Projektmanagerin Kultur- & Kreativwirtschaft, Existenzgründungsförderung
  • Sandra Löber, Director, Global Medical Office, Fresenius Medical Care
  • Erik Stemplewitz, BIM-Koordinator + Leiter Konstruktionsabteilung in einer großen Ingenieurgesellschaft für Tragwerksplanung
  • Gesine Mannheimer, Geschäftsführerin JETZT & MORGEN
  • Ines Eckert, Leiterin Stakeholdermanagement & Kommunikation bei Stromnetz Berlin
  • Martina Heber, Head of Office of the CEO
  • Manuela Teinert, Gründerin von „nachhaltig unternehmen“, Unabhängige Finanzierungsmaklerin und Unternehmensberaterin
  • Daniela Horn, Bereichsleiterin Global Digital Product
  • Anne Tischer, Vorsitzende Initiative FRAUEN !N FÜHRUNG (F!F) und Gründerin KARMA SHE SAID, Kommunikation für Diversity & werteorientiertes Management
  • Jan Berger, CEO, 2b AHEAD ThinkTank
  • Anett Gläsel-Maslov, Lehrerin
  • Christiane Henklemann, Psychologische Psychotherapeutin
  • Helmar Trompelt, Kulturmanager
  • Dr. Anja Hagedorn, Referentin für Entrepreneurship an der Leuphana Universität, Gründerin (Jobs4Students) und reef-guardian e.V.
  • Eileen Neubauer, Beamtin Landesverwaltung MV
  • Jeannette Hagen, freie Autorin
  • Andreas Francke, Business Engineering, Futurist, Das Dorf der Zukunft

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Der junge Osten geht in Führung

19.09.2020: Generationsgipfel der Wendekinder

Unsere Arbeitswelt ist digital disruptiv, global vernetzt und höchst volatil. Im kommenden Jahrzehnt werden digitale Innovationen, die Querschnittsthemen Nachhaltigkeit und Diversity sowie komplexer Stakeholderbeziehungen vielfältige Anforderungen an Leadership stellen.

Im Einheitsjahr 2020, drei Jahrzehnte nach der Friedlichen Revolution, stehen die Wendekinder von damals in der Mitte ihres Lebens. Sie sind in zwei gesellschaftlichen Systemen sozialisiert und wandelerprobt.

Die spezifischen Erfahrungen dieser Ge-neration sind wertvolle Kompetenzen, die in Führungspositionen eine wichtige Rolle spielen – bisher ein zu wenig genutztes Potenzial.

Der Generationsgipfel bringt Wende- und Nachwendekinder zusammen, die ihre Kompetenzen und Erfahrungen in die Gestaltung der Regionen Ostdeutsch-lands, Deutschlands und Europas einbringen wollen.

Gemeinsam übernehmen sie Verantwortung für die eigene Heimat. Denn: Heimat bedeutet auch Verbundenheit und den Wunsch, etwas zurückzugeben.

Das Netzwerk 3te Generation Ost-deutschland und der Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie und Führung an der Handelshochschule Leipzig laden ein, einen Tag lang die Transformationskompetenz der Wendekinder-Generation zu stärken.

Der Generationsgipfel gibt Raum für die Artikulation der eigenen inneren Haltung, Austausch und Netzwerken unter Menschen mit ähnlicher Biographie und macht Teilnehmer*innen so fit für die spürbaren Herausforderungen der digitalen Gesellschaft.

Am 19. September 2020 bringen wir in Leipzig die Perspektiven und Akteur*innen zusammen, um Leadership-Impulse für das kommende Jahrzehnt zu setzen.

Es erwartet Euch ein OpenSpace-Event voller Kurz-Impulse, Workshops und unerwartete Formate zu Führung.

Eure Fragen und Eure Ideen für Projekte und Unternehmen zählen und können gerne schon vor dem OpenSpace-Event an uns weitergegeben werden: Netzwerk3teGO@gmail.com

Themen, die uns bewegen:

  1. Wie erkennen wir Wendekinder unsere Stärken und wissen sie zu nutzen?
  2. Was brauchen wir als heutige und zukünftige Entscheider*innen?
  3. Wie nutze ich meine Transformationsbiographie als Führungskraft im Alltag? (Dr. Adriana Lettrari)
  4. Wie können wir - Hiergebliebene, Rückkehrer*innen und Weggegangene - in Zeiten erstarkenden Rassismus’ Verantwortung für unsere Heimat übernehmen?
  5. Wie erreichen wir, dass wir bei allen gesellschaftlichen Entscheidungen angemessen repräsentiert sind?
  6. Wie sieht die Zukunft Ostdeutschlands aus, die wir wollen?
  7. Wer und was sind ostdeutsche Rolemodels und Leuchttürme, die nach ganz Deutschland ausstrahlen?
  8. Wie können wir gemeinsam an den großen Herausforderungen Ostdeutschlands und Europas arbeiten?
  9. Wie beeinflusst unsere Wendeerfahrung unsere Care-Arbeit?
  10. Wie sprechen wir mit Eltern und Kindern über unsere Erfahrungen?

Wir gestalten die Zukunft Ostdeutschlands maßgeblich mit. Unsere Entscheidungen, unsere Haltung und Führungsstärke stellen Weichen für eine diverse und zukunftsfähige Gesellschaft.

Agenda:

Freitag, 18.09.2020

18 Uhr Führung durch die HHL

anschl. gemeinsames Abendessen

Samstag, 19.09.2020

09:00-09:30 Ankommen an der HHL
09:30-10:00 Willkommen durch Netzwerk 3te Generation Ost
10:00-10:30 Checkin, Vorstellungsrunde
10:30-10:45 Methode/Philosophie des Open Space, Setting erklären
10:45-11:15 Anliegensammlung und Marktplatz
11:15-11:30 Pause
11:30-12:30 Workshop Sessions 1 (2 Räume, 2- 3 Gruppen)
12:30-13:30  Mittagspause
13:30-14:30 Workshop Sessions 2 (2 Räume, 2-3 Gruppen)
14:30-14:45 Pause
14:45-15:45 Workshop Sessions 3 (2 Räume, 2-3 Gruppen)
15:45-16:00 Kaffeepause (+ Ergebnisplakate im Hauptraum ausstellen)
16:00-17:00 Berichte aus den Gruppen (ca. 5-10 Min/Gruppe)
17:00-17:30 Handlungsplanung 1
17:30-18:00 Handlungsplanung 2
18:00-18:15 Pause
18:15-18:30 Vorstellung der Handlungsplanung (max. 3 Minuten/Team)
18:30-19:00 Checkout, Abschluss
19:00-19:30 Ortswechsel zum Restaurant
19:30-22:00 Abendessen

Anmeldung unter: Netzwerk3teGO@gmail.com


Von der Stimme zum Einfluss: Wendekinder im Gespräch

Veranstalter: Netzwerk 3te Generation Ost und Handelshochschule Leipzig

Anmeldung HIER

Zu diesem Event

„Von der Stimme zum Einfluss: Wendekinder im Gespräch“ ist ein neues
gesellschaftspolitisches Digitalformat des Netzwerks 3te Generation
Ost. Gemeinsam mit spannenden Gästen und Interviewpartner*innen
besprechen und erkunden wir aktuelle Themen Ostdeutschlands sowie zur
gesamtdeutschen Zukunft aus der Perspektive der Wendekinder.

Im
Einheitsjahr 2020, drei Jahrzehnte nach der Friedlichen Revolution,
stehen die Wendekinder von damals in der Mitte ihres Lebens.
Sozialisiert in zwei gesellschaftlichen Systemen und aufgewachsen in
höchst unsicheren Zeiten ist diese Generation besonders wandelerprobt.
Eine Kompetenz, die wir gerade jetzt mehr denn je benötigen - in
Führungspositionen, in der Zivilgesellschaft, in Wirtschaft, Politik und
Kultur. Mit unserer neuen Digitalreihe wollen wir einen Beitrag
leisten, auf dieses bislang viel zu wenig genutzte Potenzial aufmerksam
zu machen.

Unsere digitale Dialogreihe bringt Wendekinder
zusammen, die ihre Kompetenzen und Erfahrungen einbringen wollen, um
gemeinsam Gesellschaft gestalten. Anlässlich unseres 10-jährigen
Jubiläum starten wir am 04.06.2020 von 16 bis 18 Uhr mit folgenden
Themen:

Impuls

Interview mit Wendekind Prof. Dr. Timo Meynhardt: „2020 – ein verlorenes Jahr für Ostdeutschland?“

Drei parallele Themenräume

1. Braucht Deutschland eine neue Verfassungsdiskussion? Timo Meynhardt

Trotz
einiger berühmter Fürsprecher*innen verpasste es Deutschland während
der Wende 1989/90, intensiv über eine echte Verfassung zu diskutieren.
Das Grundgesetz gilt heute als eine der besten seiner Art weltweit. In
Art. 146 ist dort formuliert: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung
der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk
gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in
Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung
beschlossen worden ist.“ Dies steht noch aus. Anlässlich des 30.
Geburtstags der Wiedervereinigung möchte Timo mit Ihnen die Vor- und
Nachteile einer neuen Verfassungsdiskussion beleuchten. Im Vordergrund
sollen dabei die politischen, kulturellen und sozialen Aspekte dieses
unerfüllten Auftrages stehen. Als besonderen Gast begrüßen wir dazu Frau
Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Ministerin a.D., Landtagspräsidentin a.D.

2. „Transformationskompetenz – Was ist das und wie wende ich sie an?“ Dr. Adriana Lettari

Die
ganze Welt ist derzeit von der Corona-Krise und dessen
Anpassungsnotwendigkeiten betroffen: praktisch zur gleichen Zeit
durchlaufen wir weltweit den gleichen Change - trotz aller Unterschiede
mit ähnlicher Wucht. Das ist etwas ganz Neues. Das war bei den
vorherigen Krisen anders, wie beispielsweise bei Tschernobyl, bei 9/11
und der Katastrophe von Fukushima. Die Errungenschaft in dieser
Herausforderung heißt ‚Transformationskompetenz’. Denn Veränderungen
verlaufen nach einem bekannten Muster, dessen Phasen jede Person in
unterschiedlichen Ausprägungen durchläuft. Wer diese Phasen und dessen
Support-Tools kennt, wird – so die Arbeitshypothese – durch die
Corona-Experience für sein Leben lang transformationskompetent sein.

3. “Prof. Dr. Karola Wille - eine Ostdeutsche Biografie”

Prof.
Dr. Karola Wille führt seit 2011 als Intendantin den MDR. Im Panel gibt
Fr. Wille Einblicke in die Themen, mit denen sie sich als
herausgehobene Führungskraft intensiv beschäftigt. Was prägte sie?
Spielt ihre ostdeutsche Heimat für sie eine Rolle im beruflichen Leben?
Wie trifft sie wichtige Entscheidungen? Welche Ratschläge hat sie für
die Generation der Wendekinder? Wir laden Sie ein, diese und weitere
Fragen mit Frau Wille zu diskutieren.

Zusammenfassung der Themenräume

Jeder Themenraum stellt kurz die Ergebnisse dar und stellt diese zur Diskussion.


Wendekinder, übernehmt Verantwortung!

30 Jahre Friedliche Revolution im Schatten der Landtagswahlen in Ostdeutschland?

Ein Aufruf der Sprecherinnen und Sprecher des Netzwerks 3te Generation Ost

Oktober 2019

1. Wir rufen Wendekinder auf - übernehmt Verantwortung.

Egal ob weggezogen, hiergeblieben oder zurückgekehrt. Rechtsextreme haben keinen Hoheitsanspruch auf Heimat. Doch wir müssen aktiv werden und ihre Frames nicht nur zurückweisen, sondern unsere Vision beschreiben. Heimat ist für uns der Ort, mit dem wir uns emotional verbunden fühlen, verbunden mit dem Wunsch und dem Interesse, dem Ort etwas Gutes zu tun. Heimat kann Zuhause sein. Wir begrüßen Zuwanderung und die Zuwanderung der Rückkehrer*innen. Sie bringen Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse aus dem Studium, Arbeitsleben und Ausland mit, die ihre Heimat bereichern. Alle sind willkommen, sich zu engagieren und mitzugestalten. Ostdeutschland sehen wir als unsere gemeinsame Heimat an, für alle Menschen, in Gemeinschaft, die hier leben. Wir stellen uns gegen völkische Argumentationen von Heimat, die ausschließen wollen. Wir stellen uns entschieden gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus. Wir wissen um den Wert von Freiheit und stellen uns konsequent gegen Umdeutungen von Begriffen und Prozessen der Geschichte. 

2. Wandelerprobte Wendekinder: nutzt Eure Transformationskompetenz!

Diese besitzen sie durch die doppelte Sozialisation im Sozialismus und der Demokratie. Die Kompetenz erwarben sie, weil alle die enormen Wandlungsprozesse während der Wendezeit erlebten. Dadurch konnten (oft schmerzhafte) Erfahrungen gesammelt werden, die heute positiv verwendet werden können. In der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit wird Ende des Jahres erstmals eine exakte wissenschaftliche Definition des Begriffs "Transformationskompetenz" (Lettrari/Nestler/Porath 2019) veröffentlicht.

3. Wir stärken Wendekinder.

Sozialer Frieden und Vertrauen in politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen erreichen wir nur durch eine angemessene Repräsentation Ostdeutscher. Ostdeutsche sind jedoch auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer nur selten in Führungspositionen vertreten. Dabei hat insbesondere die 3te Generation Ost ein großes Potenzial, mit den Umbrüchen der Zukunft klug umzugehen. Wir stärken deshalb Wendekinder, Verantwortung in Führung zu übernehmen. Wir wissen aber auch, dass dies nicht ausreicht und sind deshalb mehrheitlich für die Einführung einer Ostquote, beispielsweise auf Zeit. Denn ohne Verbindlichkeit und Sensibilisierung von Entscheider*innen tut sich nichts. Wir ermutigen alle ostdeutschen Frauen den “Gleichstellungsvorsprung Ost” als Selbstverständnis zu begreifen und für sich zu nutzen. Und wir ermutigen westdeutsche Frauen, es ihnen gleichzutun. Wir ermutigen gleichzeitig westdeutschen Verbündete in Entscheidungspositionen, dass sie Macht teilen. Wenn Ostdeutsche ihren Anteil an Gestaltungsrollen inne haben, werden wir bessere Lösungen für die drängendsten Zukunftsfragen für Gesamtdeutschland erarbeiten und gesellschaftlichen Zusammenhalt erhalten können.

4. Wir fordern eine solide Finanzierung von Demokratieprojekten.

In Ostdeutschland gab es in den letzten Jahren zahlreiche fremdenfeindliche Angriffe. Diese verurteilen wir zutiefst und zeigen uns solidarisch mit Betroffenen, die von Demokratiefeinden als “anders” markiert und ausgeschlossen werden sollen. Die drei Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen haben zudem gezeigt, dass es gerade junge Menschen sind, die eine offen rassistische und antidemokratische Partei wählen. Der Ausdruck von politischem Handeln ist auch eine Frage von demokratischer Bildung und wahrgenommener Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig gibt es in Ostdeutschland wenige Stiftungen, Inkubatoren, Vereine oder neue Institutionsformen sowie nur unzureichende finanzielle Mittel, um Menschen und Initiativen zu stärken, die sich in einem merklich zugespitzten Umfeld für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus einsetzen, insbesondere in den Kommunen. In dieser gesellschaftlichen Situation ist die Kürzung von finanziellen Mitteln für Demokratieprojekte nicht hinnehmbar. Wir fordern deshalb eine deutliche Aufstockung der Mittel und eine langfristige Finanzierung für Demokratieprojekte im Osten.

5. Wir sind solidarisch, aber in die Zukunft gerichtet.

Gesellschaftliche Solidarität verklärt als Mythos oder unerfülltes Erbe der DDR zu sehen, hilft nicht dabei, unsere Heimat weiterzuentwickeln. Wir können und wollen gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten, aber nicht mit einem “früher war alles besser”, sondern mit einem “heute gilt es zu handeln, um das Morgen zu gestalten." Dabei sind wir uns unserer Wurzeln bewusst. Wir bauen Brücken, in dem wir das Gespräch mit unseren Eltern und Kindern suchen. Wir wollen Benachteiligungen, die durch die zufällige Zuteilung natürlicher und sozialer Güter entstehen, berücksichtigen und ausgleichen.

6.  Wir machen das Positive der heutigen Zeit sichtbarer.

Ostdeutschland ist ein Gesellschaftslabor für die Zukunft: Viele Initiativen vor Ort schöpfen Fülle aus dem Mangel und wirken innovativ vor Ort. Wer über Ostdeutschland berichtet, den fordern wir auf, den Blick auf Wendekinder zu richten, ihren Impulsen zuzuhören und weiterzutragen. Ein steter Fokus auf antidemokratische Kräfte verzerrt die Debatte und zeigt progressive Mindsets unverhältnismäßig weniger. Online-Initiativen wie wirsindderosten.de, #derandereosten oder #wirimosten unterstützen wir, weil sie zeigen, wie vielfältig Ostdeutschland ist. Wir halten dagegen, wenn Hassrede Soziale Medien bestimmen will. Der Osten kann und ist mehr!

Wir als Gesprächspartner*innen

Wir stehen für Interviews, Portraits, Kommentare und Streitgespräche  zur Verfügung. Weitere Informationen zu unserer langjährigen Arbeit finden Sie auf dieser Homepage.
Das Netzwerk 3te Generation Ost versteht sich als eine Plattform für Ideen, Impulse und Aktivitäten, u.a. zu den Themen Ostdeutschland, Transformationskompetenz und Repräsentation.
Aus der Netzwerkarbeit und in Kooperation sind seit dem Jahr 2010 viele verschiedene Initiativen erwachsen, wie zum Beispiel der Verein
Perspektive³,wissenschaftliche Forschung zur Alterskohorte Wendekinder, Biografie-, Musik- oder Fotoprojekte sowie die Online-Initiative wirsindderosten.de.

Adriana Lettrari , *1979, lebt in Berlin
Organisationsberaterin, Speakerin, Publizistin und Gründerin des Netzwerks 3te Generation Ost.
Für ihr berufliches und ehrenamtliches Engagement wurde sie unter anderem ausgezeichnet mit den Titeln ‚Frau Europas Deutschland 2016’ und ‚Women of Europe 2017’.

Jeannette Gusko , *1984, lebt in Berlin
Geschäftsführung der Fundraising-Plattform GoFundMe Deutschland, Österreich, Schweiz.
Vormals Change.org, Gründerin des Campaign Boostcamp, Publizistin und Speakerin zu Digitalisierung, Gleichberechtigung und politische Partizipation, mehrfach ausgezeichnet, u.a. "Frau der digitalen Zukunft".

Tilmann Löser, *1983, lebt in Leipzig
Projektleitung “Klänge der Hoffnung” Stiftung Friedliche Revolution, Leipzig.
Musiker und Geschäftsführer von interkulturellen und integrativen Musikprojekten, vielseitig ehrenamtlich in Sachsen engagiert.

Claudia Geist, *1985, lebt in Potsdam
Hat lange als persönliche Referentin für die Politikerin Manuela Schwesig gearbeitet.
Jetzt ist sie stellvertretende Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin

René Sternberg , *1982, lebt in Berlin
Leiter Professional Services und Mitglied der Geschäftsleitung bei HIRSCHTEC GMBH & CO. KG Verbindet Organisationssoziologie, Technik und die Nutzerperspektive bei der Digitalisierung des Arbeitsplatzes.

Katrin Cholotta , *1977, lebt bald wieder in Brandenburg
Hat in verschiedenen Städten und Ländern als freie Journalistin und Wissenschaftlerin gearbeitet. Zurzeit befasst sie sich als stellvertretende Referatsleiterin im BMAS mit der Zukunft der Arbeit. Seit über 20 Jahren in den Bereichen Jugend und Diversity parteilos und ehrenamtlich engagiert.

Torsten Menzel , *1986, lebt in Dresden und Berlin
Leiter Region Sachsen bei Teach First Deutschland, Dresden
Verbindet die Themen Bildungsgerechtigkeit, Perspektivwechsel, Demokratie und Sachsen.


Unser 1. After-Work-Event für Wendekinder

Wunsch aus der "Wendekinder als Führungskräfte"-Konferenz wird umgesetzt

Das Netzwerk 3te Generation Ostdeutschland möchte die Kompetenzen der Wendekinder, die zwischen 1975 und 1985 in der DDR geboren wurden, entdecken, beschreiben und aktiv fördern

Auf unserer Konferenz „Wendekinder als Führungskräfte stärken“ am 24. Juni 2019 in Berlin kam die Idee zu einem regelmäßigen Austauschformat. Wir wollen unser Netzwerk stärken und dabei Euch und Eure beruflichen Wirkungsstätten, Institutionen oder Unternehmen kennenlernen.

Das erste Berliner After-Work-Event des Netzwerks Dritte Generation Ostdeutschland war der Auftakt für eine regelmäßige After-Work-Reihe von Wendekindern für Wendekinder in stetig wechselnden Locations. Zum Kick-Off am 28. Oktober 2019 durften wir in einem Loft der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Gast sein und über den Dächern Berlins mit Blick auf den Fernsehturm ins Gespräch kommen.

Austausch über den Dächern Berlins - Zu Gast bei Wendekindern

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hieß uns in ihren Räumlichkeiten willkommen und die Wendekinder ihrer Stiftung stellten sich vor.
Claudia Geist leitete den Abend ein, Adriana Lettrari stellte das Netzwerk vor, Jeannette Gusko den Social Check In und René Sternberg bereitete alle Wendekinder auf das Speed Dating vor. 5x3 min Austausch zum Werdegang, zur Karriere und den nächsten Zielen. Die Freude, Neugier und Transformationskomeptenz war hör- und spürbar.
Wir freuen uns über so viele wunderbare Wendekinder, die tollen Gastgeber sowie die gute Stimmung am Abend!
Großes Danke an Dr. Kristin Wesemann, die Konrad-Adenauer-Stiftung und Claudia Geist für Ihre Zeit und Freude in Vorbereitung und Umsetzung.

Die Location für das nächste After-Work-Event ist auch schon gesichert. Auch hier hat sich ein Wendekind gefunden, das in ihre berufliche Wirkungsstätte einlädt.

#3GOFührung#Netzwerk3teGO#einfachmachen

Claudia Geist begrüßte alle Wendekinder
Adriana Lettrarie stellte das Netzwerk 3te Generation vor
Jeannette Gusko erklärte den Social Check In
Die Wendekinder der Konrad-Adenauer-Stiftung stellten sic vor
5x3min Austausch zum Werdegang und Zielen
Gruppenbild mit Gastgeberin Dr. Kristin Wesemann

30 Jahre Friedliche Revolution und die Landtagswahlen in Ostdeutschland

August 2019

Positionen des Netzwerks 3te Generation Ost

1. Wir stärken Wendekinder.

Sozialen Frieden und Vertrauen in politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen erreichen wir nur durch angemessene Repräsentation Ostdeutscher. Da Ostdeutsche in Führungspositionen bisher kaum vorkommen, sind wir mehrheitlich für die Einführung einer Ostquote, beispielsweise auf Zeit. Ohne Quote, ohne Verbindlichkeit und Sensibilisierung von Entscheider*innen tut sich nichts.Wir ermutigen alle ostdeutschen Frauen den “Gleichstellungsvorsprung Ost” als Selbstverständnis zu begreifen und für sich zu nutzen. 2017 gab es mehr Zuwanderung als Abwanderung in Ostdeutschland. Wir begrüßen die Zuwanderung der Rückkehrer*innen. Sie bringen Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse aus dem Studium, Arbeitsleben und Auslandsaufenthalten mit, die ihre Heimat bereichern.

2. Wendekinder, übernehmt Verantwortung für eure Heimat.

Wir nehmen den Rechten den Hoheitsanspruch
auf Heimat. Heimat ist für uns der Ort, mit dem wir
uns emotional verbunden fühlen, verbunden mit dem
Wunsch und dem Interesse, dem Ort etwas Gutes zu tun. Alle sind willkommen,
sich zu engagieren und den Ort mitzugestalten. Ostdeutschland sehen wir als
unsere gemeinsame Heimat an, für alle Menschen, die hier
leben. Wir stellen uns gegen völkische Argumentationen von
Heimat, die ausschließen wollen. Wir stellen uns
entschieden gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus. Wir wissen um den
Wert von Freiheit und stellen uns konsequent gegen Umdeutungen von Begriffen
und Prozessen der Geschichte. Wer eine “Wende vollenden” will,
verklärt die Vergangenheit, will billigst verführen und
führt in die Irre.

3. Für die Demokratie wählen.

2019 sehen wir im Zuge der Landtagswahlen im Osten eine besondere Verantwortung dafür, zum Wählen aufzurufen und das Positive zu betonen, damit wir  über die Probleme der Gegenwart die Erfolge, das Erreichte und die Potentiale für unsere gemeinsame Zukunft nicht verkennen. Unsere Generation weiß Wandel zu gestalten und mit Veränderungen umzugehen.

4. Wir sind solidarisch, aber in die Zukunft gerichtet.

Gesellschaftliche Solidarität verklärt als Mythos oder unerfülltes Erbe der DDR zu sehen, hilft nicht dabei, unsere Heimat weiterzuentwickeln. Wir können gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten, aber nicht mit einem “früher war alles besser”, sondern mit einem “heute gilt es zu handeln".

5. Wir machen das Positive der heutigen Zeit sichtbarer.

Ostdeutschland ist ein Gesellschaftslabor für die Zukunft: Viele Initiativen vor Ort schöpfen Fülle aus dem Mangel und wirken innovativ vor Ort. Wer über Ostdeutschland berichtet, den fordern wir auf, den Blick auf Wendekinder zu richten und nicht nur auf antidemokratische Kräfte. Online-Initiativen wie die Hashtags #derandereosten oder #wirimosten unterstützen wir, weil sie zeigen, wie vielfältig Ostdeutschland ist. Wir halten dagegen, wenn Hassrede Soziale Medien bestimmen will. Der Osten kann mehr!

Wir stehen für Interviews, Portraits, Kommentare und Streitgespräche zur Verfügung.

Mehr hier: https://twitter.com/Netzwerk3teGO

Sprecher*innen des Netzwerkes 3te Generation Ost

Wir Wendekinder sind durch
das Leben in zwei Systemen geprägt. Unsere doppelte
Sozialisation hat uns zu Gestalter*innen des Wandels gemacht. Heute, 30 Jahre
nach der Friedlichen Revolution, stehen wir in der Mitte unseres Lebens und
haben die Kompetenz und Erfahrung, um Verantwortung für unsere
gesamtdeutsche Zukunft zu übernehmen.

Adriana Lettrari , *1979, lebt in Berlin
Organisationsberaterin, Speakerin, Publizistin und Gründerin des ‚Netzwerk 3te Generation Ost’.
Für ihr berufliches und ehrenamtliches Engagement wurde sie unter anderem ausgezeichnet mit den Titeln ‚Frau Europas Deutschland 2016’ und ‚Women of Europe 2017’.

Jeannette Gusko , *1984, lebt in Berlin
Geschäftsführung der Fundraising-Plattform GoFundMe Deutschland, Österreich, Schweiz.
Vormals Change.org, Gründerin des Campaign Boostcamp, Publizistin und Speakerin zu Digitalisierung, Gleichberechtigung und politische Partizipation, mehrfach ausgezeichnet, u.a. "Frau der digitalen Zukunft".

Tilmann Löser, *1983, lebt in Leipzig
Projektleitung “Klänge der Hoffnung” Stiftung Friedliche Revolution, Leipzig.
Musiker und Geschäftsführer von interkulturellen und integrativen Musikprojekten, vielseitig ehrenamtlich in Sachsen engagiert.

Claudia Geist, *1985, lebt in Potsdam
Hat lange als persönliche Referentin für die Politikerin Manuela Schwesig gearbeitet.
Jetzt ist sie stellvertretende Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin

René Sternberg , *1982, lebt in Berlin
Leiter Professional Services und Mitglied der Geschäftsleitung bei HIRSCHTEC GMBH & CO. KG Verbindet Organisationssoziologie, Technik und die Nutzerperspektive bei der Digitalisierung des Arbeitsplatzes.

Katrin Cholotta , *1977, lebt in Berlin
Hat in verschiedenen Städten und Ländern als freie Journalistin und Wissenschaftlerin gearbeitet. Zurzeit arbeitet sie in der Grundsatzabteilung als stellv. Referatsleiterin des BMAS im Bereich Digitalisierung der Arbeit. Seit über 20 Jahren mit Projekten in den Bereichen Jugend und Diversity parteilos und ehrenamtlich engagiert

Torsten Menzel , *1986, lebt in Dresden und Berlin
Leiter Region Sachsen bei Teach First Deutschland, Dresden
Verbindet die Themen Bildungsgerechtigkeit, Perspektivwechsel, Demokratie und Sachsen.


Von der Stimme zum Einfluss - Wendekinder als Führungskräfte in Magdeburg

In Magdeburg ging es weiter, mit der Veranstaltungsreihe "Von der Stimme zum Einfluss - Wendekinder als Führungskräfte stärken".

https://twitter.com/KerstineKi/status/1143573884303753216

Elitenbegriff, Wahrnehmung von Chancen und Sozialisation

Die Teilnehmenden teilten ihre Erfahrungen zum Thema und gaben auch Einblick in ihre Biografien. Wie am Vortag in Berlin wurde der Elitenbegriff diskutiert. Hinterfragt wurden die Beweggründe, warum die strategische Karriereplanung in Hinblick auf Führungspositionen nicht selbsverständlich oder die Lenkung erschwert scheint.
Als Gründe wurden sowohl die eigene Sozialisation in der DDR benannt als auch die des Umfeldes. Kollektive Interessen standen in der DDR über den individuellen Interessen und dies scheint sich bis heute unbewusst fortzusetzen. Die Zurückhaltung bei der Wahrnehmung von Chancen, aber auch die Unwissenheit von möglichen Chancen, Karrierewegen und fehlende Vorbilder wirkten sich hindlerlich aus. Beispielsweise die Nutzung von Stipendien, Weiterbildungen, Auslanderfahrungen. Das Wissen um die Möglichkeiten und deren perspektivischer Nutzen sei begrenzt. Dem müsse man entgegenwirken. Das Sicherheitsbedürfnis würde nach den Umbruchserfahrungen der Wendezeit die Karriereentscheidungen stark beeinflussen. Außerdem mangele es an Ermutigung, sich einzubringen, unbekanntes Terrain zu betreten, seine Karriereinteressen sichtbar zu machen. Es würden zudem ermutigende Vorbilder, der Austausch mit ihnen und Karrieremöglichekten fehlen.
Ganz entscheidend seien auch die Vielfalt an Branchen und Karrieremöglichkeiten, die in strukturstarken Regionen Deutschlands vorhanden sind und in den Neuen Bundesländern unterrepräsentiert. Der Wegzug, der "brain drain", sei die Konsequenz, die Rückkehr in die Neuen Bundesländer optional.

Lebensphasen und Netzwerke

An diesem Tag wurde auch deutlich, wie divers die Bedürfnisse der Wendekinder sind. Wie unterschiedlich die Herausforderungen in den Lebensabschnitten. Mit Ende 30 und erwachsenen Kindern ergeben sich neue Räume für die Forcierung von Führungsansprüchen und Karrieremöglichkeiten. Die Nachbesetzung von Führungspostitionen, derer die in Rente gehen begünstigt die Umsetzung des Führungsanspruches.

Postitiv wurde die Erfahrung des Austausches und der Vernetzungsmöglichkeiten angemerkt, wo man Gedanken besprechen, Infomationen teilen und Optionen ausloten könne, die für die persönliche Entwicklung förderlichen sein könnten.

Unser Dank gilt allen Teilnehmenden, den Teilnehmer*innen der Gesprächsrunde, Jan Schaller (DezIm), Martin Sobczyk (Krebs & Aulich), der Moderatorin Nicole Marcus sowie den Kooperationspartnern Der Landeszentrale für politische Bildung und der Friedrich Naumann Stiftung, dem DeZIM Institut und dem Fürstenberg Institut.

https://twitter.com/Netzwerk3teGO/status/1143767898768494593